- Verbraucher:innen berichten, dass sie Rechnungen der Dating-Plattform „Sexydate“ erhalten haben, ohne sich bewusst gewesen zu sein, einen Vertrag abgeschlossen zu haben.
- Laut einigen Verbraucher:innen nutzt der Anbieter Fotos der Betroffenen auf den Rechnungen.
- vzbv hat die Mediapool & friends UG, Betreiber der Dating-Plattform „Sexydate“, Ende 2021 abgemahnt.
Mehr als 700 Beschwerden gab es im Jahr 2021 zur Mediapool & friends UG. Das besagt die bundesweite Beschwerdestatistik der Verbraucherzentralen. Die häufigsten Beschwerdegründe der betroffenen Verbraucher:innen: untergeschobene Verträge sowie Probleme mit Rechnungen und Inkassoforderungen. Der Anbieter betreibt unter anderem die Online-Dating-Seite sexy-date.website. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) prüft derzeit die Option einer Klage gegen den Anbieter.
Die vielen Beschwerden von Verbraucher:innen in den Verbraucherzentralen haben den vzbv dazu bewegt, beim Anbieter Mediapool & friends UG und der besagten Webseite genauer hinzuschauen. „Als besonders fragwürdig stufen wir ein, dass der Anbieter laut Aussagen einiger Verbraucherinnen und Verbraucher Fotos der Betroffenen auf den Rechnungen abbildet. Diese Fotos können unserer Einschätzung nach als Druckmittel dienen, um die Menschen zum Zahlen zu bewegen“, sagt Peter Gerlicher, Referent Team Marktbeobachtung Digitales des vzbv. „Auffällig ist auch, dass im Internet an unterschiedlichen Stellen vor der Plattform gewarnt wird. Man stößt auf zahlreiche Berichte von Betroffenen, die Rat suchen.“
Bereits Ende 2021 hat der vzbv die Mediapool & friends UG abgemahnt. Auch weil nach Auffassung des vzbv durch Fotos auf den Rechnungen aggressiv Zahlungsdruck ausgeübt wird. Derzeit prüft der vzbv die Option einer Klage gegen den Anbieter.
Darüber hinaus hat der vzbv der Sächsischen Datenschutzbeauftragten die datenschutzrechtlichen Aspekte der Problematik zur Prüfung vorgelegt und befindet sich hier im fortgesetzten Austausch. Die Sächsische Datenschutzbeauftragte ist für das in Leipzig ansässige Unternehmen zuständig.
Betroffene Verbraucher:innen können sich für eine Beratung an die Verbraucherzentralen wenden: Beratung Verbraucherzentrale (https://www.verbraucherzentrale.de/beratung)
Darüber hinaus bieten die Verbraucherzentralen auf ihrer Internetseite einen interaktiven Musterbrief an, um unberechtigte Forderungen für Online-Services abzuwehren: Musterbriefe (https://www.verbraucherzentrale.de/musterbriefe/digitale-welt/forderung-fuer-einen-onlineservice-abwehren-57404)
Quelle: Die Auswertungen der Beschwerdestatistik basieren auf der Vorgangserfassung aller 16 Verbraucherzentralen in den insgesamt rund 200 Beratungsstellen in Deutschland. Die Vorgangserfassung stellt die statistische Erfassung der Verbraucherkontakte im Beratungsalltag dar. Die Daten umfassen alle Verbraucherprobleme, die an die Verbraucherzentralen herangetragen werden – direkte Rückschlüsse auf die Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Verbraucherprobleme in der Gesamtbevölkerung sind daraus jedoch nicht ableitbar.